Alu-Falle Verpackungen

Verfasst von Bert Ehgartner. Veröffentlicht in Alu-Fallen

Aluminium als Verpackungsmaterial ist allgegenwärtig. Die silbrig schimmernde Folie wird als hygienisch und sauber empfunden. Sie soll das Produkt isolieren und frisch halten. Dass dabei die Lebensmittel mit Aluminium kontaminiert werden, wird hingegen übersehen. Zwar müssen Aludosen innen mit Kunststoff beschichtet und Joghurt-Deckel lackiert werden, doch oft versagen diese Vorsichtsmaßnahme. Untersuchungen zeigen, dass der Aluminiumgehalt steigt, je länger ein Getränk im Supermarkt steht. Wenn Speisen in Alufolie gegrillt werden, steigt der Aluminiumgehalt um ein Vielfaches an.

 



Grillfolie aus Aluminium - ja oder nein?

Es gibt eine ganze Reihe von Untersuchungen, für die Lebensmittel vor und nach dem Garen oder Braten in Alufolie gemessen wurden. Dabei zeigte sich stets, dass dabei Aluminium-Ionen aus der Folie gelöst werden und in die Lebensmittel übergehen. Wie viel Aluminium sich löst, hängt in erster Linie davon ab, ob das Lebensmittel einen neutralen pH-Wert hat oder ob es beispielsweise mariniert oder speziell gewürzt wurde. Ein gutes Beispiel hierfür liefert das Backen und Grillen von Fischen in Aluminiumfolie. Diese Werte und Erfahrungen lassen sich auch auf anderes Grillgut übertragen.

Während der Aluminiumgehalt in den rohen Filets sehr gering ist, geht beim Vorgang des Grillens oder Backens Aluminium aus der Folie in das Fleisch über. Der Aluminiumgehalt steigt um das 3 bis 6-fache an, wenn die Fische in Alufolie gebacken werden. Beim Grillen steigt der Alu-Gehalt noch stärker, nämlich um das 7 bis 13-fache. In beiden Fällen wurden die Fische in diesem Experiment nicht gewürzt.[i]

Wenn die Fische mit einer Salz-Essig-Mischung mariniert wurden, so greift die Säure die Oberfläche der Alufolie  an und noch mehr Aluminium geht in die Speise über. Der Alugehalt steigt um das 9- bis 23-fache. Am stärksten löst die Gewürzmischung die Alufolie auf. Hier steigt die Kontaminierung des Fisches um das 20- bis 93-fache.

Diese Resultate wurden auch von einem Team der Hamburger Bundesforschungsanstalt für Fischerei in Kooperation mit Biochemikern der Universität Hamburg bestätigt. Beim Grillen ging tendenziell stets mehr Aluminium in den Fisch als beim Backen. Das liegt, schreiben die Autoren, zum einen an der größeren Hitze, die beim Grillen entsteht, zum anderen aber auch daran, dass Grillgewürze oft selbst beträchtliche Mengen an Aluminium enthalten.

So wie viele ähnliche Arbeiten endet auch die Hamburger Untersuchung[i] mit der Feststellung, dass die Aluminiumaufnahme aber halb so wild ist: „Bezogen auf den derzeitigen Wissensstand und die vorgeschlagene tolerierbare tägliche Aufnahme von 1 mg pro kg Körpergewicht, ist für die Konsumenten kein Gesundheitsrisiko zu erwarten, wenn Fisch gegessen wird, der in Alufolie zubereitet wurde.“

Der hier erwähnte „derzeitige Wissensstand“ hat sich seit 2001, als diese Arbeit erschienen ist, etwas verändert. Mittlerweile gilt die tolerierbare Aufnahme von 1 mg Aluminium pro kg Körpergewicht nicht mehr „pro Tag“ sondern „pro Woche“.

 

Aluminium als Verpackung

Aluminium wird als Verpackungsmaterial vor allem für folgende Produkte verwendet:

  • Alufolien (z. B. Haushaltsalufolie) jeglicher Form
  • Deckel von Milchproduktverpackungen
  • Verpackung von Fertiggerichten (z. B. Essen auf Rädern, Bundeswehr)
  • Verpackung von Hunde- und Katzenfutter
  • Flaschenverschlüsse und Dosen (z. B. Getränkedosen  [Anmerkung: durch das „z. B.“ überflüssig]) aus Aluminium
  • kunststoffbeschichtete Aluminiumfolie (z. B. Verpackung von Kaffee, Babynahrung, Tablettenverpackungen)
  • papierbeschichtete Aluminiumfolie (z. B. Zigarettenpapier, Bonbonpapier)

Alle diese Materialen werden im Rahmen des Recyclings als wiederverwertbare Rohstoffe von den Altmetall-Sammelstellen zurückgenommen (wenn sie sauber sind).

Nicht angenommen werden Verpackungen mit bedampftem Aluminium, z. B. Chipstüten. Diese zählen zu den Mischkunststoffen.

Saft- und Milchkartons (Tetrapak & Co.) zählen zu den Kartonverbunden.

 

Aluminium oder Weißblech?

Die meisten Konservendosen zur Verpackung von Lebensmitteln – aber auch viele Getränkedosen sind aus Weißblech. Den Unterschied optisch oder am Gewicht zu erkennen, ist beinahe unmöglich. Coca Cola verwendet etwa von Land zu Land unterschiedliche Materialien. In den USA und in Brasilien waren alle Dosen, die ich darauf untersuchte, aus Aluminium, in Deutschland, Österreich und der Schweiz aus Weißblech (Eisen). Die Firmen wechseln häufig – je nachdem, welches Material billiger angeboten wird.

Suchen Sie nach dem Recycling-Zeichen: „FE“ steht für Ferrum = Eisen, sonst steht „AL“ oder „ALU“ für Aluminium.

Leider fehlt die Metallbezeichnung oft. Dass es keine Pflicht zur Kennzeichnung gibt, ist eine der vielen Nachlässigkeiten im Bereich des Verpackungswesens. Auf Fischdosen haben wir beispielsweise überhaupt noch nie die Bezeichnung für das verwendete Material gefunden. Im Zweifel hilft der Magnettest. Aluminium ist unmagnetisch, wird also im Gegensatz zu den Weißblechdosen nicht von einem Magneten angezogen.


[i] Die Angaben stammen vom Bundesinstitut für gesundheitlichen Verbraucherschutz und Veterinärmedizin, zitiert aus: E.H.F. Schmidt und W. Grunow „Toxikologische Beurteilung von Bedarfsgegenständen aus Aluminium“ Bundesgesundheitsblatt 1991; 12: S. 557–564

[i] Ranau R et al. „Aluminium levels of fish fillets baked and grilled in aluminium foil“ Food Chemistry 2001; 73(1): S. 1–6

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